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Zivilrecht (Erbrecht)

Neues Erbrecht: Welche Änderungen bringt das Gesetz Nr. 5303/2026?

Das griechische Erbrecht wurde durch das Gesetz Nr. 5303/2026, das im Amtsblatt der Regierung (Gesetzblatt A' 81/22.05.2026) veröffentlicht wurde, grundlegend reformiert. Zu den wichtigsten Änderungen gehören neue Regelungen zur Haftung der Erben für Nachlassverbindlichkeiten, die Einführung von Erbverträgen sowie Änderungen bei der Verteilung der Erbquoten und den gesetzlichen Erbrechten.

Neues Erbrecht (Gesetz Nr. 5303/2026): Die wichtigsten Änderungen, die Sie kennen sollten:

Die bedeutendste Reform des griechischen Erbrechts der letzten Jahrzehnte ist nun Realität. Mit dem Gesetz Nr. 5303/2026, veröffentlicht im Amtsblatt der Hellenischen Republik (Gesetzblatt A’ 81/22.05.2026), wurde das Fünfte Buch des griechischen Zivilgesetzbuches umfassend überarbeitet. Ziel der Reform ist es, moderne Regelungen einzuführen, die den heutigen gesellschaftlichen, familiären und wirtschaftlichen Gegebenheiten Rechnung tragen.

Grundsätzlich gelten die neuen Vorschriften für Nachlässe von Personen, die ab dem 16. September 2026 versterben.

Mit dem neuen Gesetz sollen:

  • die Rechtssicherheit erhöht;
  • erbrechtliche Streitigkeiten zwischen Erben reduziert;
  • die Verwaltung von Nachlässen effizienter gestaltet;
  • sowohl Erben als auch am Rechtsverkehr beteiligte Dritte besser geschützt werden.

1. Einführung von Erbverträgen

Die wohl bedeutendste Neuerung des Gesetzes Nr. 5303/2026 ist die Einführung von Erbverträgen, einem Rechtsinstitut, das im griechischen Recht bislang unzulässig war.

Unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen und in notarieller Form können künftig Vereinbarungen über die Verteilung des Nachlasses bereits zu Lebzeiten des Erblassers getroffen werden. Dieses neue Instrument schafft mehr Rechtssicherheit und erleichtert insbesondere die Nachfolgeplanung bei Familienunternehmen oder größeren Vermögen.

2. Reform der gesetzlichen Erbfolge und des Pflichtteilsrechts

Das neue Gesetz enthält wesentliche Änderungen in Bezug auf:

  • die Reihenfolge der gesetzlichen Erben;
  • die Erbquoten der Erben;
  • den Pflichtteil;
  • die Erbrechte des überlebenden Ehegatten.

Diese Änderungen sollen das Erbrecht an moderne Familienverhältnisse anpassen und gleichzeitig den Schutz naher Angehöriger gewährleisten.

3. Neue Regelungen zur Haftung der Erben für Nachlassverbindlichkeiten

Eine weitere wesentliche Änderung betrifft die Haftung der Erben für die Schulden des Erblassers.

Der neue Rechtsrahmen verringert das Risiko, dass Erben mit ihrem Privatvermögen automatisch für Verbindlichkeiten haften, die ihnen zum Zeitpunkt der Annahme der Erbschaft nicht bekannt waren. Dadurch werden sowohl der Schutz der Erben als auch die Rechtssicherheit im Rechtsverkehr gestärkt.

4. Modernisierung der Nachlassverwaltung

Die neuen Vorschriften zielen außerdem darauf ab, die Verwaltung von Nachlässen effizienter zu gestalten, insbesondere wenn Schulden oder komplexe Vermögenswerte vorhanden sind.

Durch die Modernisierung der Nachlassverwaltung sollen Verfahren beschleunigt, Verzögerungen reduziert und die Abwicklung von Erbfällen erleichtert werden.

5. Stärkung der Rechtssicherheit bei Testamenten

Das Gesetz Nr. 5303/2026 enthält zudem Regelungen, die darauf abzielen:

  • die Eröffnung und Veröffentlichung von Testamenten zu beschleunigen;
  • Streitigkeiten über letztwillige Verfügungen zu verringern;
  • den tatsächlichen Willen des Erblassers wirksamer zu schützen.

Diese Maßnahmen sollen langwierige erbrechtliche Gerichtsverfahren vermeiden und sowohl Erben als auch Vermächtnisnehmern mehr Rechtssicherheit bieten.

6. Was sollten Bürgerinnen und Bürger jetzt tun?

Der neue Rechtsrahmen macht es für viele Menschen sinnvoll, ihre bisherige Nachlassplanung zu überprüfen.

Insbesondere Eigentümer größerer Immobilienvermögen, Familienunternehmer oder Personen, die ihre Vermögensnachfolge frühzeitig regeln möchten, sollten eine individuelle rechtliche Beratung in Anspruch nehmen. Eine sorgfältige Planung ermöglicht es, die Vorteile der neuen gesetzlichen Regelungen optimal zu nutzen und zukünftige Streitigkeiten zu vermeiden.

Fazit

Das Gesetz Nr. 5303/2026 stellt die umfassendste Reform des griechischen Erbrechts seit Jahrzehnten dar. Die neuen Vorschriften verändern grundlegend die Planung, Übertragung und Verwaltung von Nachlässen und stärken gleichzeitig den rechtlichen Schutz der Erben.

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